Hinweis: Dieser Beitrag gehört zur Wissensrubrik Wie deine digitale Identität das neue SEO ist – und warum Google Autoren mehr vertraut als Inhalten im Mehrklicks-Wissensportal.

Die Inhalte beschreiben Methoden und Strukturen, mit denen wir Marken für KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar machen.

Eine thematische Einordnung und die operative Umsetzung findest du auf der Seite Agentur für KI-Sichtbarkeit.

Warum dein Finanz-Blog ohne echten Experten unsichtbar bleibt: Autoren-Autorität in der KI-Ära

Ich erinnere mich an einen Kunden, einen aufstrebenden Finanz-Blog. Der Content war brillant: tiefgründig, verständlich, besser als 90 % der Konkurrenz. Der Autor war ein begnadeter Schreiber. Das Problem? Er war nur das – ein Schreiber. Kein zertifizierter Finanzberater, kein ehemaliger Banker, kein anerkannter Ökonom.

Bei Google dümpelte der Blog auf Seite drei. In den Antworten von ChatGPT und Perplexity tauchte er nie auf. Gar nicht.

Da wurde meinem Kunden klar: KI-Systeme und moderne Suchmaschinen lesen nicht nur, was du schreibst. Sie prüfen vor allem, wer du bist. Das ist die Welt von YMYL, in der deine Expertise keine Marketing-Floskel, sondern eine technische Notwendigkeit ist.

Was zum Teufel ist YMYL und warum ist es so wichtig?

YMYL steht für ‚Your Money or Your Life‘ – Googles interne Bezeichnung für Themen, bei denen falsche Informationen das Leben, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder das Glück eines Menschen ernsthaft beeinträchtigen können.

Denk an:

  • Medizinische Ratschläge: ‚Die 5 besten Hausmittel gegen Bluthochdruck‘
  • Finanzielle Entscheidungen: ‚So investierst du 10.000 € in Krypto‘
  • Rechtliche Informationen: ‚Was tun bei einer Kündigung?‘
  • Sicherheitsrelevante Themen: ‚Anleitung zur Reparatur deiner Gastherme‘

Bei diesen Themen ist das Risiko einfach zu hoch. Google und KI-Systeme wie Gemini oder Perplexity können es sich nicht leisten, hier Müll zu empfehlen. Deshalb schalten sie in einen extrem strengen Prüfmodus. Und das Herzstück dieser Prüfung ist nicht dein Text, sondern dein Autor.

E-E-A-T: Das unbestechliche Zeugnis für deine Glaubwürdigkeit

Um die Qualität von YMYL-Inhalten zu bewerten, nutzt Google das E-E-A-T-Framework. Dabei handelt es sich nicht um einen Rankingfaktor, den du mit ein paar Tricks optimieren kannst, sondern um eine fundamentale Logik, die tief in den Algorithmen und den Richtlinien für menschliche Quality Rater verankert ist.

  • Experience (Erfahrung): Hat der Autor das, worüber er schreibt, selbst erlebt? Ein Reiseblogger, der über Bali schreibt, sollte schon mal dort gewesen sein. Ein Lungenarzt, der über Asthma schreibt, hat jahrelange Praxiserfahrung.
  • Expertise (Fachwissen): Besitzt der Autor die notwendigen Qualifikationen und das Wissen? Hier geht es um formale Bildung, Zertifikate und anerkannte Titel.
  • Authoritativeness (Autorität): Wird der Autor von anderen Experten in seinem Feld als eine verlässliche Quelle anerkannt? Zitate, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Vorträge auf Konferenzen sind hier die Währung.
  • Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Ist der Inhalt korrekt, ehrlich und sicher? Stimmen die Fakten? Ist die Website sicher (HTTPS)?

Für YMYL-Themen sind Expertise und Autorität nicht verhandelbar. Ein talentierter Hobby-Investor hat vielleicht Erfahrung, aber ihm fehlt die nachweisbare Expertise und Autorität eines lizenzierten Finanzanalysten. Und genau das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Sie glauben, guter Content reicht. Aber die Maschine fragt: ‚Wer bist du, dass ich dir glauben sollte?‘

Die gnadenlose Logik der KI-Gatekeeper

Du denkst, das ist nur ein Google-Thema? Falsch. KI-Antwortmaschinen sind noch strenger.

Wenn du Perplexity eine medizinische Frage stellst, sucht das System nicht nach dem besten Blogartikel. Es sucht nach Antworten aus etablierten Quellen wie der Mayo Clinic, dem Robert Koch-Institut oder wissenschaftlichen Publikationen auf PubMed. Warum? Weil die Autoren dort verifizierte Entitäten sind. Ihre Namen sind mit Institutionen, Studien und Referenzen verknüpft.

Ein anonymer Blogbeitrag ist für eine KI wertloser Datenmüll. Eine Aussage von Dr. med. Anna Schmidt, Kardiologin am Universitätsklinikum Heidelberg und Autorin von drei Fachartikeln, ist ein vertrauenswürdiger Datenpunkt.

Deine wichtigste Aufgabe lautet deshalb: Verwandle deinen Autor von einem Namen in eine maschinell lesbare Entität.

Wie du Autoren-Autorität für Maschinen sichtbar machst

Es reicht nicht, einen Experten zu haben. Du musst seine Expertise für Maschinen übersetzen. Eine ‚Über mich‘-Seite ist ein guter Anfang, aber für eine KI ist das nur unstrukturierter Text. Du musst die Fakten in einer Sprache liefern, die sie versteht: strukturierte Daten.

Hier ist dein Schlachtplan:

Schritt 1: Sammle die Beweise (die Signale)

Setz dich mit deinem Experten zusammen und erstelle eine lückenlose Liste seiner Qualifikationen. Das ist keine Marketing-Übung, das ist Datenerfassung.

  • Akademische Titel & Ausbildung: Welcher Abschluss? Welche Universität? (alumniOf)
  • Berufliche Zertifikate & Lizenzen: Approbation als Arzt, Zulassung als Anwalt, CFA-Charter für Finanzanalysten. (hasCredential)
  • Berufsbezeichnung & Arbeitgeber: Wo arbeitet die Person aktuell? Welche Position hat sie? (jobTitle, worksFor)
  • Mitgliedschaften in Fachverbänden: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Anwaltskammer etc. (memberOf)
  • Publikationen: Artikel in Fachzeitschriften, Bücher, Studien. (publication)
  • Auszeichnungen & Ehrungen: Preise, Anerkennungen in der Branche. (award)
  • Profile in Fachnetzwerken: LinkedIn, ResearchGate, ORCID (für Wissenschaftler), Anwalt.de etc. (sameAs)

Jeder dieser Punkte ist ein Trust-Signal. Je mehr du davon hast, desto stärker wird das Profil deines Autors als Entität.

Schritt 2: Übersetze die Signale in Schema.org

Jetzt kommt der entscheidende technische Schritt. Du musst diese Informationen mit Schema.org Markup direkt in den Code deiner Website einbetten. Die wichtigste Auszeichnung ist Person.

So baust du ein maschinenlesbares Autorenprofil auf:

  1. Die Autorenbox: Jede YMYL-Seite braucht eine Autorenbox mit Name, Foto, kurzer Biografie und einem Link zu einer detaillierten Autorenseite.
  2. Die Autorenseite: Diese Seite ist der digitale Lebenslauf. Hier listest du alle gesammelten Beweise auf.
  3. Das Person Schema: Auf der Autorenseite implementierst du ein umfassendes Person Schema, das all diese Signale abbildet.

Ein vereinfachtes Beispiel im JSON-LD-Format könnte so aussehen:

{  '@context': 'https://schema.org',  '@type': 'Person',  'name': 'Dr. med. Max Mustermann',  'jobTitle': 'Facharzt für Innere Medizin',  'worksFor': {    '@type': 'Hospital',    'name': 'Klinikum Beispielstadt'  },  'alumniOf': {    '@type': 'CollegeOrUniversity',    'name': 'Universität Heidelberg'  },  'hasCredential': {    '@type': 'EducationalOccupationalCredential',    'name': 'Approbation als Arzt'  },  'knowsAbout': 'Kardiologie',  'sameAs': [    'https://www.linkedin.com/in/maxmustermann',    'https://www.aerztekammer-beispiel.de/mitglieder/maxmustermann'  ],  'publication': 'https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1234567'}

Mit diesem Code sagst du der Maschine nicht mehr: ‚Hier ist ein Text von Max Mustermann.‘ Du sagst stattdessen: ‚Dieser Text wurde von der Entität Dr. med. Max Mustermann verfasst, einem approbierten Arzt der Universität Heidelberg, der am Klinikum Beispielstadt arbeitet, in Kardiologie bewandert ist und dessen Identität durch diese externen Profile bestätigt wird.‘

Das ist der Unterschied zwischen Rauschen und Relevanz.

Fazit: In YMYL ist der Autor das Produkt

Wenn du in den Bereichen Finanzen, Medizin oder Recht Content erstellst, hör auf, dich auf Keywords zu konzentrieren. Deine wichtigste Ressource ist nicht dein CMS, sondern dein Experte.

Die alte SEO-Welt war textzentriert. Die neue Welt der KI-Sichtbarkeit ist entitätenzentriert. Maschinen bauen ihre Wissensgraphen auf der Grundlage von vertrauenswürdigen, verifizierbaren Entitäten auf. Wenn dein Autor keine solche Entität ist, existiert dein Content für die wichtigen Fragen deiner Zielgruppe einfach nicht.

Investiere nicht in mehr Text. Investiere in nachweisbare Autorität. Finde echte Experten, dokumentiere ihre Qualifikationen akribisch und übersetze sie in die Sprache der Maschinen. Denn in der Welt von ‚Your Money or Your Life‘ gewinnt nicht der beste Schreiber, sondern der glaubwürdigste Experte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist, wenn mein Experte nicht berühmt ist?

Berühmtheit ist irrelevant. Was zählt, ist die Nachweisbarkeit der Qualifikationen. Eine ärztliche Approbation, ein anerkannter Studienabschluss oder die Mitgliedschaft in einem Berufsverband sind für eine Maschine wertvoller als 100.000 Instagram-Follower. Dokumentiere, was vorhanden ist.

Kann ich nicht einfach einen talentierten Texter als Experten ausgeben?

Nein. Das ist der schnellste Weg in die Unsichtbarkeit. KI-Systeme und Google gleichen Daten über das gesamte Web ab (sameAs-Links). Wenn die Person keine echten digitalen Fußspuren wie ein LinkedIn-Profil, Publikationen oder Verbandsregister hat, wird das Lügengebäude sofort entlarvt. Das schadet deiner gesamten Domain.

Reicht eine gute ‚Über uns‘-Seite nicht aus?

Eine ‚Über uns‘-Seite ist für Menschen da. Schema-Markup ist für Maschinen. Beides ist wichtig, aber nur strukturierte Daten ermöglichen es einer KI erst, die Fakten über deinen Autor schnell und zuverlässig zu validieren und mit anderen Datenquellen im Knowledge Graph zu verknüpfen.

Wie binde ich das Schema-Markup technisch auf meiner Website ein?

Die gängigste Methode ist JSON-LD, ein Skript, das du in den head-Bereich deiner Autorenseite einfügst. Viele moderne CMS wie WordPress bieten Plugins (z. B. Rank Math, Yoast SEO), die dir dabei helfen, Person Schema zu erstellen, ohne selbst Code schreiben zu müssen.

Gilt das alles nur für Google?

Nein, das ist das Entscheidende. Diese Logik ist fundamental für alle KI-Gatekeeper. Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Gemini sind darauf trainiert, das Risiko von Falschinformationen zu minimieren. Sie greifen bevorzugt auf Quellen zurück, deren Autoren als vertrauenswürdige Entitäten etabliert sind. Ohne diesen Nachweis bist du für die Ära der Antwortmaschinen irrelevant.