Deine Autorenbox ist kaputt: So baust du maschinenlesbares E-E-A-T für Google & KI
Ich sehe es jeden Tag auf unzähligen Websites: Liebevoll geschriebene Artikel, tolle Designs und eine kleine Box am Ende mit einem Foto und dem Namen des Autors. Manchmal steht da noch ‚Content Manager‘ oder ‚Leidenschaftlicher Blogger‘. Das Problem? Für Google und andere KI-Systeme sind diese Autoren Geister – eine bloße Zeichenkette, ein Name ohne Kontext und ohne belegbare Expertise.
Jahrelang haben wir gelernt, dass Content King ist. Das stimmt auch, aber wir haben vergessen, den König vorzustellen. Wir haben Inhalte ohne klaren Absender produziert. In einer Welt, in der KI wie ChatGPT oder Google SGE nicht mehr nur Seiten indexiert, sondern Wissen synthetisiert und Empfehlungen ausspricht, ist ein anonymer König wertlos. Vertrauen wird zur neuen Währung, und dieses Vertrauen ist technisch messbar. Deine Autorenbox ist der erste Schritt, aber die meisten setzen ihn falsch um.
Warum deine hübsche Bio für eine KI wertlos ist
Wir sprechen ständig über E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness), aber die meisten Marketer verstehen es nur oberflächlich. Sie denken, es reiche, einen Doktortitel in die Bio zu schreiben oder ein paar Fachartikel auf dem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Die Realität ist: Eine Behauptung ist kein Beweis.
Eine KI liest nicht deine blumige Prosa darüber, wie passioniert du für ein Thema bist. Sie sucht nach Datenpunkten und Verbindungen, die deine Expertise belegen. Sie stellt sich Fragen wie:
- Wer ist diese Person wirklich?
- Woher kenne ich sie noch? (Andere Websites, soziale Netzwerke, Fachportale)
- Über welche Themen spricht diese Person konsistent?
- Welche Organisationen oder andere anerkannte Entitäten bestätigen ihre Expertise?
Wenn deine Autoren-Bio diese Fragen nicht maschinenlesbar beantwortet, existierst du als Experte für die Maschine schlichtweg nicht. Dein Name ist nur ein ‚String‘ (eine Zeichenkette), aber kein ‚Thing‘ (eine was ist eine entität). Und genau hier müssen wir ansetzen.
Die Architektur der perfekten Autorenbox: Von Mensch zu Maschine
Um echtes, nachweisbares e-e-a-t google aufzubauen, brauchen wir eine Brücke zwischen dem, was der menschliche Leser sieht, und dem, was die Maschine liest. Diese Brücke besteht aus zwei Ebenen: der sichtbaren On-Page-Präsentation und den unsichtbaren strukturierten Daten.
Schritt 1: Die sichtbare Autorenbox – Dein Aushängeschild
Die Autorenbox am Ende jedes Artikels ist der Ankerpunkt. Sie signalisiert dem Leser sofort, wer hier spricht. Gleichzeitig dient jedes Element darin auch als Vorbereitung für die maschinelle Auswertung.
Eine optimale Autorenbox enthält:
- Klares Foto: Ein professionelles Porträt schafft menschliches Vertrauen.
- Vollständiger Name (als H-Tag): Der Name sollte idealerweise in einer H2- oder H3-Überschrift stehen, um seine Wichtigkeit zu signalisieren.
- Kurz-Bio (max. 2-3 Sätze): Beschreibe prägnant deine Kernkompetenz im Kontext des Artikels. Wer bist du und warum sollte man dir bei diesem Thema zuhören?
- Link zur ausführlichen Autorenseite: Das ist das Wichtigste! Ein ‚Mehr über [Name]‘-Link, der zu deinem zentralen Autorenprofil führt.
- Verifizierte Links: Mindestens zwei bis drei Links zu externen Profilen, die deine Identität und Expertise bestätigen (z.B. LinkedIn, XING, ein Sprecherprofil von einer Konferenz oder dein Profil auf einem anerkannten Fachportal).
So sieht eine Box aus, die sowohl für den Menschen als auch als Datengrundlage für die Maschine funktioniert. Sie ist nicht nur Dekoration, sondern ein klares Bekenntnis zur Autorschaft.
Schritt 2: Die Autorenseite – Dein digitaler Hub der Wahrheit
Der Link aus der Autorenbox führt nicht auf eine lieblose Archivseite mit all deinen Artikeln, sondern auf eine dedizierte Autoren-Biografie-Seite. Diese Seite ist der ‚Single Point of Truth‘ für deine Entität. Hier sammelst und strukturierst du alle Beweise für deine Expertise.
Diese Seite sollte Folgendes beinhalten:
- URL-Struktur: Idealerweise deinedomain.de/autor/vorname-nachname oder deinedomain.de/team/vorname-nachname.
- Ausführliche Biografie: Erzähle deine Geschichte. Was ist dein Werdegang? Welche Erfahrungen haben dich zu dem Experten gemacht, der du heute bist?
- Expertise-Felder (knowsAbout): Liste deine Kernthemen klar auf. Das sind die Konzepte, für die du als Experte anerkannt werden möchtest.
- Referenzen (sameAs): Hier listest du alle relevanten externen Profile auf: soziale Netzwerke, Fachportale, Wikipedia-Einträge, Unternehmensprofile, Gastartikel auf anderen Seiten. Je mehr hochwertige Quellen deine Identität bestätigen, desto stärker wird deine Entität.
- Publikationen, Vorträge, Auszeichnungen: Jeder Beweis deiner Expertise gehört hierher.
Diese Seite ist dein digitales Fundament. Jeder Artikel, den du schreibst, wird durch die Verlinkung auf diese Seite mit deiner gesamten, dort dokumentierten Autorität aufgeladen.
Schritt 3: Die unsichtbare Brücke – JSON-LD für Maschinen
Jetzt kommt der entscheidende Teil, den 99 % der Websites ignorieren. Alles, was wir auf der Autorenseite für den Menschen sichtbar gemacht haben, übersetzen wir nun für die Maschine. Das Werkzeug dafür sind structured data im Format JSON-LD, die wir im Quellcode der Seite hinterlegen.
Wir verwenden das Schema ‚Person‘ von Schema.org, um der Maschine klar zu sagen: ‚Achtung, die Informationen auf dieser Seite beschreiben eine Person mit den folgenden Eigenschaften und Kompetenzen.‘
Das JSON-LD-Skript ist im Grunde dein maschinenlesbarer Lebenslauf. Es spiegelt die Informationen deiner sichtbaren Autorenseite wider.
Ein minimales, aber effektives ‚Person‘-Schema sollte enthalten:
- @type: ‚Person‘: Definiert, dass es sich um eine Person handelt.
- name: ‚Dein Name‘: Dein vollständiger Name.
- url: ‚URL deiner Autorenseite‘: Die kanonische URL deines Autoren-Hubs. Dies ist die eine ID, die dich auf deiner Website eindeutig identifiziert.
- sameAs: [‚URL zu LinkedIn‘, ‚URL zu Twitter‘, ‚URL zu Wikipedia‘]: Das ist der wichtigste Teil. Hier verbindest du deine Autoren-Entität mit anderen etablierten Entitäten im Netz. Google nutzt diese Verbindungen, um deine Identität und Autorität zu verifizieren.
- knowsAbout: [‚Thema 1‘, ‚Thema 2‘]: Hier listest du deine Fachgebiete auf. Diese sollten mit den Inhalten korrespondieren, die du veröffentlichst.
- jobTitle: ‚Deine Berufsbezeichnung‘
- worksFor: { ‚@type‘: ‚Organization‘, ’name‘: ‚Name des Unternehmens‘ }
Hier ist ein einfaches Beispiel, wie der Code aussieht:
{ '@context': 'https://schema.org', '@type': 'Person', 'name': 'Max Mustermann', 'url': 'https://www.deinedomain.de/autor/max-mustermann', 'image': 'https://mehrklicks.de/wp-content/uploads/autorenbox-bio-seite-maschinenlesbar.webp', 'sameAs': [ 'https://www.linkedin.com/in/maxmustermann', 'https://twitter.com/maxmustermann', 'https://www.xing.com/profile/Max_Mustermann' ], 'jobTitle': 'Experte für KI-Sichtbarkeit', 'worksFor': { '@type': 'Organization', 'name': 'mehrklicks.de' }, 'knowsAbout': [ 'Entitäten', 'Semantische Suche', 'Knowledge Graphs', 'E-E-A-T' ]}
Dieser Code-Schnipsel, platziert auf deiner Autorenseite und referenziert in jedem deiner Artikel, macht den Unterschied zwischen einem ‚Geist‘ und einem anerkannten Experten aus.
Das Ergebnis: Autorität, die verstanden wird
Wenn du diese drei Schritte umsetzt, verändert sich die Wahrnehmung deiner Autorschaft fundamental. Sie wandelt sich von einer bloßen Behauptung in ein Netzwerk aus verifizierbaren Datenpunkten.
- Jeder Artikel, den du schreibst, wird über die Autorenbox eindeutig mit deiner Autorenseite verknüpft.
- Deine Autorenseite bündelt alle Beweise für deine Expertise an einem zentralen Ort.
- Das JSON-LD-Schema übersetzt diese Beweise in eine Sprache, die Google, Bing, ChatGPT und andere Systeme verstehen und für die Bewertung deiner Inhalte im Kontext der semantische suche nutzen können.
Du baust nicht mehr nur Inhalte, du baust eine digitale Identität. Du hörst auf, nur für Menschen zu schreiben, und fängst an, deine Expertise für Maschinen zu strukturieren. Und das ist die Grundlage für Sichtbarkeit in der KI-Ära.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen der Autorenbox und der Autorenseite?
Die Autorenbox ist eine kurze Zusammenfassung am Ende jedes Artikels. Sie stellt dich vor und verlinkt auf die Autorenseite. Die Autorenseite ist dein zentraler, ausführlicher ‚Lebenslauf‘ im Netz, der alle Beweise deiner Expertise sammelt und für Maschinen aufbereitet.
Muss ich das für jeden Autor auf meiner Website machen?
Ja, absolut. Jeder Autor, der Inhalte publiziert, sollte als eigene, klar definierte Entität aufgebaut werden. Das stärkt nicht nur die Autorität des einzelnen Autors, sondern auch die Glaubwürdigkeit der gesamten Website.
Ist JSON-LD kompliziert zu implementieren?
Es erfordert technisches Grundverständnis, aber viele moderne CMS (wie WordPress) bieten Plugins (z.B. Rank Math, Yoast SEO), die das Erstellen von ‚Person‘-Schemata stark vereinfachen. Wichtig ist, dass die Daten korrekt und vollständig sind.
Was ist, wenn ich auf vielen verschiedenen Seiten schreibe?
Umso wichtiger ist eine zentrale Autorenseite (z.B. auf deiner eigenen Website)! Du kannst dann von Gastartikeln auf anderen Portalen immer auf diese eine Seite verlinken. Die ’sameAs‘-Links in deinem Schema sollten dann auch Profile auf diesen anderen Portalen beinhalten, um die Verbindungen zu stärken.