Hinweis: Dieser Beitrag gehört zur Wissensrubrik Unsichtbar trotz bester Produkte? Das ist das Systemproblem des Mittelstands – und hier ist die Lösung im Mehrklicks-Wissensportal.

Die Inhalte beschreiben Methoden und Strukturen, mit denen wir Marken für KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar machen.

Eine thematische Einordnung und die operative Umsetzung findest du auf der Seite Agentur für KI-Sichtbarkeit.

Deine Firmengeschichte ist Gold wert: Wie ich 100 Jahre Tradition in maschinenlesbares E-E-A-T übersetzt habe

Deine Firmengeschichte ist Gold wert: Wie ich ein Jahrhundert Tradition in maschinenlesbares E-E-A-T übersetzt habe

Ich saß im Keller eines alten Familienweinguts, umgeben von vergilbten Urkunden, handgeschriebenen Chroniken und staubigen Fotoalben. Vor mir lag ein Schatz: über 100 Jahre Geschichte, Expertise und Vertrauen. Jede Seite ein Beweis für E-E-A-T: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Das Problem daran? Für Google, ChatGPT und Co. existierte dieser Schatz schlichtweg nicht. Online war das Weingut nur eine weitere Webseite mit schönen Bildern und einer ‚Über uns‘-Seite.

Dieser Moment hat alles verändert. Mir wurde klar, dass die wertvollsten Assets vieler Unternehmen offline gefangen sind: in Archiven, in den Köpfen der Mitarbeitenden, in alten Geschichten. Sie besitzen eine immense Autorität, die aber für die Maschinen, die heute über Sichtbarkeit entscheiden, völlig unsichtbar ist.

Die meisten Marketer würden jetzt anfangen, Blogartikel über ‚traditionellen Weinanbau‘ zu schreiben. Ein fataler Fehler. Du bekämpfst ein Architekturproblem nicht mit mehr Content. Du löst es, indem du deine Geschichte in eine Sprache übersetzt, die Maschinen verstehen. Genau das haben wir getan.

Das Problem: Wenn Google deine wahre Autorität nicht kennt

Jahrelang haben wir gelernt, für Suchmaschinen zu optimieren. Wir haben Keywords recherchiert, Texte vollgestopft und Backlinks gesammelt. Doch die Spielregeln haben sich geändert: KI-Systeme wie moderne Suchmaschinen oder Sprachmodelle lesen keine Keywords – sie versuchen, Konzepte und deren Beziehungen zu verstehen.

Die ‚Über uns‘-Seite des Weinguts erzählte zwar von der Gründung im Jahr 1923, dem Gründer Johannes Müller und den gewonnenen Preisen. Aber für eine Maschine waren das nur Zeichenketten, isolierte Wörter auf einer HTML-Seite. Sie konnte die Zusammenhänge nicht erkennen:

Wer war Johannes Müller? Nur ein Name ohne Kontext.

Was war der ‚Große Preis von Berlin 1956‘? Nur eine Erwähnung ohne Beweis.

Welche Beziehung bestand zwischen dem Gründer, dem Weingut und diesem Preis? Für die KI existierte keine.

Das Weingut hatte offline maximales E-E-A-T, online war es eine leere Hülle. Die gesamte historische Relevanz, die den Unterschied zur Konkurrenz ausmachte, war digital wertlos.

Der Wandel: Von der Geschichte zur maschinenlesbaren Entität

Die Lösung liegt nicht darin, die Geschichte noch schöner zu erzählen. Sie liegt darin, sie zu strukturieren. Wir mussten aufhören, in Seiten und Artikeln zu denken, und anfangen, in Entitäten zu denken.

Eine Entität ist im Grunde ein klar definiertes Konzept – eine Person, ein Ort, eine Organisation, ein Ereignis, ein Produkt. Jede Entität hat Eigenschaften und Beziehungen zu anderen Entitäten.

Unsere Aufgabe war es, die analoge Geschichte des Weinguts in ein digitales Netz aus solchen Entitäten zu verwandeln. Wir haben die Chroniken nicht einfach abgetippt. Wir haben sie seziert.

Schritt 1: Das Gold ausgraben – Die Asset-Inventur

Zuerst sichteten wir jedes historische Dokument. Wir suchten nicht nach Geschichten, sondern nach Fakten – nach Datenpunkten, die sich als Entitäten modellieren ließen.

  • Gründungsurkunde (Ereignis, Datum, beteiligte Personen)
  • Biografie des Gründers (Person, Geburtsdatum, Lebenswerk)
  • Alte Flaschenetiketten (Produkt, Jahrgang, Design)
  • Preisverleihungen (Ereignis, Auszeichnung, Datum, Ort)
  • Zeitungsartikel über das Weingut (externe Referenz, Autorität)

(IMAGE 1: Ein altes, vergilbtes Dokument oder Fotoalbum, das die Geschichte des Weinguts symbolisiert)

Diese Sammlung war unser Rohmaterial. Jeder einzelne Schnipsel war ein potenzieller Baustein für die digitale Autorität der Marke.

Schritt 2: Die Wissensbrücken bauen – Entitäten vernetzen

Dann begann die eigentliche Arbeit. Wir haben die wichtigsten Entitäten definiert und ihre Beziehungen zueinander explizit gemacht. Anstatt nur zu schreiben ‚Unser Gründer Johannes Müller gewann 1956 einen Preis‘, haben wir es für Maschinen übersetzt.

Mithilfe von strukturierten Daten (konkret: Schema.org) gaben wir der Maschine präzise Anweisungen. Es ist der Code, der hinter den Kulissen läuft und reinen Text in verständliche Zusammenhänge verwandelt.

So haben wir die Verbindungen hergestellt:

  1. Die Entität ‚Weingut‘ (Organization): Wir definierten das Gründungsdatum, den Gründer (Verweis auf die Personen-Entität) und den Standort.

  2. Die Entität ‚Johannes Müller‘ (Person): Wir legten ihn als Gründer (founder) der Organisation an und verknüpften ihn mit seinen Lebensdaten.

  3. Die Entität ‚Großer Preis von Berlin 1956‘ (Event/Award): Wir definierten den Preis als Auszeichnung, die an die Organisation ‚Weingut‘ verliehen wurde.

Plötzlich waren es keine isolierten Wörter mehr. Es war ein kleines Wissensnetz, ein sogenannter Knowledge Graph. Das ist die Grundlage dafür, wie Maschinen Inhalte verstehen: Entitäten, strukturierte Daten und Knowledge Graphs sind kein Hexenwerk, sondern die logische Konsequenz aus der Art, wie KIs die Welt modellieren.

(IMAGE 2: Eine schematische Grafik, die zeigt, wie Entitäten (Gründer, Weingut, Auszeichnung) miteinander vernetzt sind)

Schritt 3: Vertrauen extern validieren

Doch selbst die beste interne Struktur ist nur die halbe Miete. E-E-A-T braucht externe Bestätigung. Wir haben unsere neu geschaffenen Entitäten mit vertrauenswürdigen Quellen im Internet verknüpft.

  • Wir erstellten einen Eintrag für das Weingut in einer lokalen Geschichtsdatenbank und verlinkten darauf.
  • Wir fanden die offizielle Webseite des Preiskomitees und gaben sie als Quelle für die Auszeichnung an.
  • Wir verwiesen auf den Wikipedia-Artikel der Weinregion, in der das Weingut liegt.

Jeder dieser externen Links war wie ein Zitat in einer wissenschaftlichen Arbeit. Er signalisierte Google: ‚Hey, was wir hier über unsere Geschichte behaupten, ist keine reine Selbstdarstellung. Andere, anerkannte Quellen bestätigen das.‘

Das Ergebnis: Wenn ChatGPT deine Geschichte erzählt

Monate später passierte das, worauf wir hingearbeitet hatten. Eine Anfrage bei einem KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity zur ‚historisch bedeutendsten Weinkellerei der Region‘ lieferte nicht mehr nur eine Liste von Adressen.

Die KI antwortete sinngemäß: ‚Das Weingut Müller sticht hervor, gegründet 1923 von Johannes Müller. Es hat eine lange Tradition und wurde bereits 1956 für seine Qualität ausgezeichnet.‘

Die Maschine hatte nicht nur unsere Webseite gefunden. Sie hatte unsere Geschichte verstanden. Sie erkannte die Entitäten sowie ihre Beziehungen und konnte sie in einem neuen Kontext wiedergeben. Die Marke war nicht mehr nur ein Name. Sie war eine Entität mit nachvollziehbarer historischer Relevanz und Autorität. Das ist der Kern von KI-Sichtbarkeit und der Grund, warum SEO neu gedacht werden muss. Es geht nicht mehr darum, für Keywords zu ranken, sondern darum, in kontextuellen Antworten erwähnt zu werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau ist eine ‚Entität‘?

Stell es dir wie einen Eintrag in einem Lexikon vor. Eine Entität ist ein einzigartiges Konzept (eine Person, ein Ort, eine Firma), das klar von anderen Konzepten abgegrenzt ist und definierte Eigenschaften hat. Angela Merkel ist eine Entität, Berlin ist eine Entität, und die Bundeskanzlerin ist eine Rolle, die mit der Entität Angela Merkel verknüpft war.

Muss mein Unternehmen wirklich 100 Jahre alt sein, damit das funktioniert?

Nein. Es geht nicht um das Alter, sondern um einzigartige, belegbare Fakten, die deine Expertise und Autorität untermauern. Das kann auch die patentierte Technologie sein, die dein Gründer entwickelt hat, die bahnbrechende Studie, die dein Unternehmen veröffentlicht hat, oder die wichtigen Projekte, an denen du gearbeitet hast. Jede einzigartige Leistung ist ein potenzielles Asset.

Ist das nicht extrem aufwendig?

Es ist eine grundlegende Investition in das Fundament deiner Marke, kein schneller Marketing-Hack. Du baust einmalig eine maschinenlesbare Identität auf, von der du jahrelang profitierst. Es ist aufwendiger als ein Blogartikel, aber unendlich nachhaltiger.

Was ist der Unterschied zu normalem Storytelling auf der ‚Über uns‘-Seite?

Normales Storytelling ist für Menschen geschrieben, die zwischen den Zeilen lesen können. Eine Entitäten-Architektur ist für Maschinen gebaut, die präzise, strukturierte Daten benötigen, um Zusammenhänge zu verstehen. Das eine schließt das andere nicht aus – im Gegenteil: Gutes Storytelling für Menschen, saubere Struktur für die Maschine – das ist die perfekte Kombination.

Reicht es nicht, einfach nur guten Content zu schreiben?

Guter Content ist die Voraussetzung, aber ohne Struktur ist er für eine KI wie ein brillantes Buch ohne Inhaltsverzeichnis und Register. Die Maschine erkennt vielleicht die Wörter, aber nicht die tiefere Bedeutung und die Verbindungen der Konzepte. Struktur gibt deinem Content den Kontext, den KI-Systeme brauchen, um ihm Autorität zuzuweisen.

Fazit: Deine Geschichte ist dein wertvollster Datenpunkt

Hör auf, deine Unternehmensgeschichte nur als nette Anekdote für die ‚Über uns‘-Seite zu betrachten. Sie ist dein wichtigster Beweis für Vertrauen und Autorität. In einer Welt, in der KI-Systeme zu den neuen Gatekeepern für Informationen werden, gewinnt, wer seine Relevanz maschinell beweisen kann.

Die Arbeit besteht nicht darin, neue Inhalte zu erfinden. Sie besteht darin, die bereits vorhandene, oft analoge Wahrheit in eine Form zu gießen, die eine Maschine nicht ignorieren kann. Grabe dein Gold aus, modelliere es als Entitäten und vernetze es mit der Welt. Denn in Zukunft existierst du nicht, weil du rankst, sondern weil Maschinen verstehen, wer du bist.