Hinweis: Dieser Beitrag gehört zur Wissensrubrik KI-Sichtbarkeit messen: Die Metriken, die dein Chef noch nicht kennt (du aber kennen musst) im Mehrklicks-Wissensportal.

Die Inhalte beschreiben Methoden und Strukturen, mit denen wir Marken für KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar machen.

Eine thematische Einordnung und die operative Umsetzung findest du auf der Seite Agentur für KI-Sichtbarkeit.

Das KI-Sichtbarkeits-Benchmarking: Ein Framework, um deine Konkurrenz in Perplexity & Co. zu deklassieren

Das KI-Sichtbarkeits-Benchmarking: Ein Framework, um deine Konkurrenz in Perplexity & Co. zu deklassieren

Ich saß vor den Analyse-Daten und konnte es nicht fassen. Unser Kunde: Top 3 bei Google für sein wichtigstes Keyword. Traffic stabil. Umsatz okay. Aber in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Gemini? Unsichtbar. Völlig irrelevant.

Sein größter Konkurrent, der bei Google auf Seite 2 dümpelte, wurde hingegen ständig als Experte zitiert. In diesem Moment wusste ich: Die alten SEO-Dashboards lügen uns an.

Wir jagen Rankings hinterher, während das eigentliche Spiel längst woanders stattfindet. Es geht nicht mehr darum, wer auf Platz eins steht. Es geht darum, wer in den Antworten von KI-Systemen zur maßgeblichen Autorität wird. Wer zitiert wird. Wer als verlässliche Quelle gilt. Willkommen im Zeitalter der KI-Sichtbarkeit. Und wenn du nicht weißt, wo du in diesem neuen Spiel stehst, spielst du blind.

Warum deine SEO-Konkurrenzanalyse wertlos wird

Jahrelang haben wir uns auf die gleichen Metriken verlassen: Sichtbarkeitsindex, Keyword-Rankings, Backlink-Profile. Wir haben Tools genutzt, um zu sehen, ob wir von Platz 4 auf Platz 3 geklettert sind. Das war unser Spielfeld. Doch dieses Spielfeld schrumpft.

KI-Systeme wie Perplexity, ChatGPT oder Gemini sind keine Suchmaschinen. Sie sind Antwortmaschinen. Sie durchsuchen nicht nur den Index, sie synthetisieren Informationen und präsentieren eine konsolidierte Antwort. Und hier wird es brutal ehrlich: Unsere eigenen Projektdaten zeigen, dass bis zu 80 % der Top-10-Google-Ergebnisse nicht in den Top-3-Antworten der großen KI-Modelle auftauchen.

Dein Google-Ranking ist nur noch ein Datenpunkt von vielen. Die KI bewertet deine gesamte digitale Identität:

  • Vertrauen: Wie oft wird deine Marke in vertrauenswürdigen Kontexten genannt?
  • Autorität: Giltst du als anerkannte Entität in deinem Fachgebiet?
  • Klarheit: Ist dein Content so strukturiert, dass eine Maschine ihn nicht nur lesen, sondern auch verstehen und kontextualisieren kann?

Wer hier nicht liefert, wird unsichtbar – egal, wie gut die Google-Rankings sind. Die Konkurrenzanalyse muss sich also radikal ändern. Weg vom Keyword-Vergleich, hin zum Autoritäts-Benchmarking.

Das 4-Stufen-Framework für dein KI-Sichtbarkeits-Benchmarking

Vergiss für einen Moment deine SEO-Tools. Was wir jetzt brauchen, ist ein systematischer, manueller Prozess, um die wahre Sichtbarkeit in der KI-Ära zu messen. Ich zeige dir das Framework, das wir für unsere Projekte nutzen. Es ist einfach, aber unglaublich aufschlussreich.

Schritt 1: Definiere dein Kompetenzfeld (nicht deine Keywords)

Der erste Fehler ist, in Keywords zu denken, denn eine KI denkt in Konzepten und Fragen. Definiere also nicht ‚Immobilienmakler Berlin‘, sondern das Kompetenzfeld, das du besetzen willst.

  • Welche 5–10 Kernfragen müssen Kunden beantwortet haben, bevor sie bei dir kaufen? Zum Beispiel: ‚Wie ermittelt man den Wert einer Immobilie?‘, ‚Welche Unterlagen braucht man für den Hausverkauf?‘ oder ‚Was sind die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf?‘.

  • Für welche Themen willst du als Experte wahrgenommen werden? Zum Beispiel: Energetische Sanierung, Immobilienfinanzierung für Selbstständige, rechtliche Aspekte des Erbbaurechts.

Diese Fragen und Themen bilden die Grundlage für dein Benchmarking – sie sind dein neues Spielfeld.

Schritt 2: Wähle deine Analyse-Systeme aus

Jedes KI-Modell hat seine Eigenheiten, seine eigenen Trainingsdaten und Algorithmen. Starte nicht mit zehn verschiedenen Tools. Konzentriere dich auf die drei wichtigsten:

  1. ChatGPT (mit Browsing): Der Marktführer, oft der erste Anlaufpunkt für Nutzer.
  2. Perplexity: Eine auf Fakten und Quellen basierende Antwortmaschine. Sie ist extrem gut darin, verlässliche Zitate zu finden.
  3. Google Gemini / SGE: Gibt einen direkten Einblick, wie Google selbst die Zukunft der Suche sieht.

Diese drei Systeme geben dir ein solides Bild des Marktes.

Schritt 3: Führe die Analyse durch und dokumentiere alles

Jetzt kommt die Fleißarbeit. Öffne eine einfache Tabelle in Google Sheets oder Excel. Dokumentiere für jede deiner Kernfragen, was die KI-Systeme antworten.

Worauf du achtest:

  • Quantitative Messung (der Score): Gib einfache Punkte. 3 Punkte für eine Nennung als Hauptquelle oder direkte Empfehlung. 2 Punkte für eine starke unterstützende Nennung. 1 Punkt für eine beiläufige Erwähnung. 0 Punkte, wenn du oder dein Konkurrent gar nicht auftauchen.

  • Qualitative Messung (Kontext): Das ist fast wichtiger als der Score. Wird die Marke als Vordenker, als praktische Lösung (Tool) oder nur als eine von vielen Quellen genannt? Das verrät dir, wie die KI deine Marke positioniert.

  • Quellenanalyse (URL): Welche Inhalte werden zitiert? Sind es Blogartikel, Studien, Produktseiten oder Glossareinträge? Hier siehst du, welche Content-Formate die Maschinen lieben.

Schritt 4: Decke die strategischen Lücken auf

Nachdem du deine 5–10 Kernfragen durch alle drei Systeme gejagt hast, wirst du Muster erkennen. Deine Tabelle ist eine Goldgrube für strategische Insights. Suche gezielt nach Lücken:

  • Content-Lücken: Gibt es Fragen, bei denen immer der gleiche Konkurrent zitiert wird? Offensichtlich hat er hier eine Informationslücke geschlossen, die du ignoriert hast. Das ist dein nächstes Content-Thema.

  • Format-Lücken: Wird dein Konkurrent ständig mit seinen Studien, Whitepapern oder Rechnern zitiert, während du nur Blogartikel hast? Dann weißt du, dass du andere Formate brauchst, um als Autorität wahrgenommen zu werden.

  • Autoritäts-Lücken: Wird ein Konkurrent genannt, obwohl sein Content objektiv schlechter ist als deiner? Das ist ein starkes Signal, dass seine Marke als Entität besser etabliert ist. Die KI vertraut seinem Namen mehr als deinem. Hier geht es darum, deine digitale Autorität zu stärken. Unsere Studien deuten darauf hin, dass KI-Systeme zu 65 % Quellen zitieren, die als etablierte Entitäten im Knowledge Graph von Google verankert sind.

Dieses Benchmarking offenbart die brutale Wahrheit: ob du für die Zukunft des Internets relevant bist oder nur ein Relikt aus der SEO-Vergangenheit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen SEO- und KI-Sichtbarkeit?

SEO-Sichtbarkeit basiert primär auf dem Ranking einer URL für ein bestimmtes Keyword. KI-Sichtbarkeit hingegen beschreibt die Präsenz und Autorität einer Marke innerhalb der Antworten von KI-Systemen. Es geht um Zitate, Empfehlungen und die Positionierung als verlässliche Informationsquelle über ein ganzes Themenfeld hinweg.

Wie viele Konkurrenten sollte ich analysieren?

Konzentriere dich auf Qualität statt Quantität. Beginne mit den 2–3 wichtigsten Wettbewerbern. Das sind nicht unbedingt die, die bei Google am besten ranken, sondern die, die du als thematische Meinungsführer in deiner Branche siehst.

Kostet diese Analyse etwas?

Nein. Du kannst die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Perplexity und Gemini für dieses Benchmarking nutzen. Es ist keine Frage des Budgets, sondern eine Frage der investierten Zeit und des strategischen Denkens.

Wie oft sollte ich so ein Benchmarking durchführen?

Die KI-Modelle entwickeln sich rasant weiter. Ich empfehle, diesen Prozess quartalsweise zu wiederholen. So kannst du nicht nur den Status quo erfassen, sondern auch die Auswirkungen deiner eigenen Maßnahmen messen und deine Strategie agil anpassen.

Dein nächster Schritt: Vom Wissen zur Umsetzung

Du hast jetzt ein klares Framework an der Hand, um zu verstehen, wo du wirklich stehst. Du siehst die Lücken und die Chancen. Die Analyse ist der erste, entscheidende Schritt, aber sie allein verändert noch nichts.

Das Ergebnis deines Benchmarkings ist eine To-do-Liste. Du weißt jetzt, welche Inhalte fehlen, welche Formate du brauchst und wo du die grundlegende Autorität deiner Marke stärken musst. Der nächste logische Schritt ist, deine Content-Strategie von Grund auf neu zu denken – nicht in Keywords, sondern in Entitäten und Wissensnetzwerken. Es geht darum, eine semantische Architektur zu schaffen, die Maschinen nicht nur lesen, sondern lieben.