Hinweis: Dieser Beitrag gehört zur Wissensrubrik Maschinenlesbares Vertrauen: Das E-E-A-T-Framework für die KI-Ära im Mehrklicks-Wissensportal.

Die Inhalte beschreiben Methoden und Strukturen, mit denen wir Marken für KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews sichtbar machen.

Eine thematische Einordnung und die operative Umsetzung findest du auf der Seite Agentur für KI-Sichtbarkeit.

Deine Pokale im Schrank sind für Google wertlos – So änderst du das

Ich sehe es immer wieder: Stolze Unternehmer schmücken ihre Websites mit Logos von Preisen, Zertifikaten und „Bekannt aus“-Balken, um ihr digitales Schaufenster für Besucher zu polieren. Das Problem dabei? Für die KI-Systeme von Google, ChatGPT und Perplexity sind das meist nur bedeutungslose Bildchen. Damit bleibt dein wertvollster Trust-Faktor – deine reale, hart erarbeitete Autorität – für die Maschinen unsichtbar.

Du hast den „Innovationspreis Mittelstand 2023“ gewonnen? Deine Firma ist ISO 9001 zertifiziert? Dein CEO wurde im Handelsblatt zitiert? Fantastisch. Doch solange diese Informationen nur als Bild oder Text auf deiner Seite existieren, sind sie für eine Maschine kontextloser Lärm. Sie kann nicht eindeutig erkennen, dass dein Unternehmen diesen spezifischen Preis von dieser vergebenden Stelle erhalten hat. Der Vertrauensbeweis verpufft im digitalen Raum.

Das Problem: Maschinen lesen keine Logos, sie lesen Logik

Die Zeiten, in denen es reichte, Keywords auf einer Seite zu platzieren, sind längst vorbei. Moderne Empfehlungssysteme und Sprachmodelle bewerten heute Entitäten – also klar definierte Konzepte wie dein Unternehmen, deine Produkte oder deine Führungspersonen – und die Beziehungen zwischen ihnen. Vertrauen (Trust) ist dabei eine der wichtigsten Währungen.

Eine Studie von Semrush aus dem Jahr 2023 zur Analyse von Ranking-Faktoren hat gezeigt, dass Signale für Autorität und Vertrauenswürdigkeit einer Domain immer wichtiger werden. Doch diese Systeme können Autorität nur bewerten, wenn sie sie auch verstehen. Ein Logo des „German Design Award“ im Footer deiner Website ist für eine KI eben nur eine Bilddatei namens german-design-award-logo.png. Was fehlt, ist die logische Verknüpfung:

Wer hat den Preis gewonnen? (Dein Unternehmen)
Welcher Preis wurde gewonnen? (German Design Award 2024)
Wer hat den Preis verliehen? (Rat für Formgebung)
Wann wurde er verliehen? (2024)

Ohne diese Struktur ist deine Auszeichnung nur Dekoration, kein maschinenlesbarer Beweis deiner Kompetenz.

Die Lösung: Strukturiertes Daten-Markup als Übersetzer

Um deine Offline-Autorität in harte, digitale Signale zu verwandeln, brauchst du einen Übersetzer: Schema.org. Dieses standardisierte Vokabular wurde von Google, Microsoft (Bing), Yahoo und Yandex entwickelt, um Maschinen den Inhalt und Kontext von Webseiten verständlich zu machen.

Stell es dir wie Untertitel für eine KI vor. Du teilst der Maschine nicht nur mit, was auf der Seite steht, sondern auch, was es bedeutet. So wird jede Auszeichnung, jede Person und jedes Zertifikat zu einer eigenen Entität. Strukturierte Daten, meist im JSON-LD-Format, verbinden diese Punkte zu einem aussagekräftigen Netzwerk, das deine Glaubwürdigkeit untermauert.

1. Der award-Befehl: So erzählst du von deinen Siegen

Die einfachste und direkteste Methode, um gewonnene Preise maschinenlesbar zu machen, ist die award-Eigenschaft im Schema-Markup deiner Organisation (Organization) oder Person (Person).

Stell dir vor, deine „Beispiel-GmbH“ hat den „Digital-Champion Award 2023“ gewonnen. Statt nur das Logo zu zeigen, fügst du folgenden Code in den <head>-Bereich deiner Website ein:

<script type="application/ld+json">{  "@context": "https://schema.org",  "@type": "Organization",  "name": "Beispiel-GmbH",  "url": "https://www.beispiel-gmbh.de",  "award": "Digital-Champion Award 2023"}</script>

Das ist der erste Schritt. Doch es geht noch präziser, indem wir den Award selbst als eigene Entität definieren:

<script type="application/ld+json">{  "@context": "https://schema.org",  "@type": "Organization",  "name": "Beispiel-GmbH",  "url": "https://www.beispiel-gmbh.de",  "award": {    "@type": "Award",    "name": "Digital-Champion Award 2023",    "description": "Auszeichnung für herausragende digitale Transformation im Mittelstand.",    "awardDate": "2023-11-15",    "organizer": {      "@type": "Organization",      "name": "WirtschaftsWoche"    }  }}</script>

Was passiert hier?

  • @type: „Award“ definiert, dass es sich um eine Auszeichnung handelt.
  • name: Der exakte Name des Preises.
  • awardDate: Das Datum schafft zeitlichen Kontext.
  • organizer: Du benennst die vergebende Stelle und schaffst so eine Verbindung zu einer anderen, oft bereits etablierten Autorität.

Plötzlich ist dein Preis kein isolierter Text mehr, sondern ein verifizierbarer Datenpunkt.

2. Personen & Expertise: honorificPrefix für persönliche Autorität

Autorität ist oft an Personen gebunden. Ist dein Gründer ein Professor? Hat deine Chefärztin einen Doktortitel? Diese Titel sind starke Vertrauenssignale. Mit honorificPrefix kannst du sie für Maschinen kenntlich machen.

Im Schema-Markup für eine Person (Person) sieht das so aus:

<script type="application/ld+json">{  "@context": "https://schema.org",  "@type": "Person",  "name": "Erika Mustermann",  "honorificPrefix": "Prof. Dr.",  "jobTitle": "Leiterin Forschung & Entwicklung",  "worksFor": {    "@type": "Organization",    "name": "Beispiel-GmbH"  }}</script>

Das mag wie ein kleines Detail wirken, erlaubt einer KI aber, die akademische Qualifikation einer Schlüsselperson direkt mit deinem Unternehmen zu verknüpfen – ein starkes Signal für E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness).

3. sameAs: Der Super-Connector für deine digitale Identität

Die sameAs-Eigenschaft ist vielleicht das mächtigste Werkzeug in diesem Kontext. Sie ist der digitale Händedruck zwischen deiner Website und einer anderen, etablierten Online-Autorität. Du sagst damit: „Diese Entität auf meiner Website ist exakt dieselbe Entität, die auf dieser anderen, vertrauenswürdigen Plattform existiert.“

Mögliche sameAs-Ziele sind:

  • Dein Wikipedia-Eintrag
  • Dein Profil auf Crunchbase, LinkedIn oder XING
  • Dein Eintrag im Handelsregister oder anderen offiziellen Verzeichnissen
  • Ein Artikel über dein Unternehmen in einem großen Nachrichtenmagazin (z. B. Spiegel, FAZ)

Im Code für deine Organisation sieht das so aus:

<script type="application/ld+json">{  "@context": "https://schema.org",  "@type": "Organization",  "name": "Beispiel-GmbH",  "url": "https://www.beispiel-gmbh.de",  "sameAs": [    "https://de.wikipedia.org/wiki/Beispiel-GmbH",    "https://www.linkedin.com/company/beispiel-gmbh/",    "https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/beispiel-gmbh-gewinnt-innovationspreis-12345.html"  ]}</script>

Jeder dieser Links ist eine externe Bestätigung deiner Existenz und Relevanz. Du leihst dir damit quasi die Autorität dieser Plattformen und stärkst so deine eigene digitale Identität. Dieser Prozess ist ein zentraler Baustein der KI-Sichtbarkeit als SEO-Nachfolger, denn er schafft für jede Maschine ein klares, von Dritten bestätigtes Bild deiner Marke.

Häufige Fragen zur Digitalisierung von Autorität

Was genau ist JSON-LD?
JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data) ist ein standardisiertes Format, um strukturierte Daten zu notieren. Es ist für Maschinen leicht zu lesen und kann einfach in den HTML-Code einer Website eingebettet werden, ohne das sichtbare Design zu beeinflussen. Google empfiehlt dieses Format ausdrücklich.

Wo füge ich diesen Code auf meiner Website ein?
Am besten platzierst du das JSON-LD-Skript im <head>-Bereich deiner HTML-Seite. Viele moderne CMS wie WordPress bieten Plugins (z. B. Rank Math, Yoast SEO), mit denen du Schema-Markup hinzufügen kannst, ohne direkt im Code arbeiten zu müssen.

Garantieren strukturierte Daten bessere Rankings?
Nein, nicht direkt. Es gibt keinen Schalter „Award-Schema = Platz 1“. Aber du schaffst die grundlegende Voraussetzung dafür, dass KI-Systeme deine Relevanz und dein Vertrauen überhaupt verstehen können. Du gibst Google die Daten, um sogenannte Rich Snippets (z. B. Sternebewertungen) oder detaillierte Knowledge Panels zu erstellen, was die Klickrate enorm erhöhen kann. Du optimierst nicht für Rankings, sondern für maschinelles Verständnis.

Kann ich das auch für Presse-Erwähnungen nutzen?
Ja. Eine Erwähnung in einem Fachartikel kannst du über die sameAs-Eigenschaft verlinken, wenn der Artikel primär über dein Unternehmen handelt. Alternativ gibt es die mentions-Eigenschaft, um Erwähnungen zu kennzeichnen, die nicht ganz so prominent sind.

Vom Logo zum Logik-Baustein: Dein Weg zu echtem KI-Trust

Hör auf, deine Website nur für menschliche Augen zu dekorieren, und fang an, sie für maschinelle Gehirne zu strukturieren. Jedes Zertifikat, jeder Preis und jede Erwähnung in der Fachpresse ist ein wertvoller Datenpunkt, der deine Glaubwürdigkeit in deiner Nische beweist.

Ohne Schema.org ist deine Offline-Autorität digitaler Lärm. Mit Schema.org wird sie zu einem unmissverständlichen Signal, das deine Relevanz in der neuen Ära der Empfehlungsmaschinen zementiert. Deine Pokale gehören eben nicht nur in den Schrank, sondern als strukturierter Datenpunkt in den Code deiner Website.